Rojava/Nordsyrien – ein demokratisches Projekt in Gefahr?

Nr. G7707 | Frei:

Referentin Anita Starosta

Kategorie Gesellschaft, Politik und Wirtschaft

Ort Online

Termin 10.11.20, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr

Entgelt entgeltfrei

Art Online-Vortrag mit Diskussion

 

*** Die Veranstaltung wurde vom 27.10.2020 auf den 10.11.2020 online umgestellt. Anmeldungen sind wieder möglich! ***

In Nordostsyrien findet unter einer autonomen Selbstverwaltung der Aus- und Aufbau eines demokratischen Gesellschaftsmodells statt, der unterschiedliche Fortschritte mit sich bringt. Geschlechtergerechtigkeit und demokratischer Partizipation spielen dabei eine zentrale Rolle. Leider ist dieses Vorhaben immer wieder bedroht - eine zermürbende Situation vor allem für die lokale Bevölkerung. Die Kriegshandlungen der Türkei führen zu Vertreibung und völkerrechtswidrigen Besatzungen in der Region. Nicht selten kommt es zu Menschenrechtsverletzungen seitens des türkischen Militärs und ihrer Söldnertruppen, die in der Regel keine Konsequenzen fürchten müssen.

Mit dem Erfolg der militärischen Bezwingung des letzten IS-Kalifats in Syrien im Frühjahr 2019 stand die Selbstverwaltung Nordostsyriens vor einer riesigen Bürde: Wie umgehen mit tausenden internationalen IS-Anhängerinnen in den Flüchtlingscamps und den inhaftierten IS-Kämpfern? Internationale Unterstützung beim Umgang mit den IS-Leuten und in Fragen der Gerichtsbarkeit sind bis heute schmerzlich zu vermissen. Währenddessen werden weiterhin von lokalen Helfer*innen zehntausende (Binnen-) Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern versorgt.

Wir tauschen uns über die aktuelle politische und humanitäre Entwicklung in der Region aus und gehen der Fragen von Menschrechtsverletzungen und möglicher (politischer) Interventionen nach.

Zielgruppe: Interessierte

Referentin: Anita Starosta, Referentin für Syrien bei der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation medico international bereiste die Region mehrmals. medico international unterstützt seit mehreren Jahren den Aufbau des Gesundheitssystems in Rojava/Nordostsyrien und Nothilfemaßnahmen, wie die Versorgung von Geflüchteten.