Mein Vater der SS-Standartenführer

Ein Zeitzeugengespräch

Nr. D7381 | Frei:

Referent Gerhard Herbert

Moderation Ursula Ernst

Kategorie Demokratische Bildung

Ort Offenbach

Termin 27.04.20, 10:00 Uhr - 12:30 Uhr

Entgelt 90 € Schulklassen

Art Vortrag mit Diskussion

 

1931 geboren, besuchte Gerhard Herbert als Sohn eines SS-Standartenführers auf dessen Wunsch ab 1941 die Nationalpolitische Erziehungsanstalt (Napola) in Bensberg bei Köln. Auf diesen Schulen sollte die zukünftige "Elite für den Führer" ausgebildet werden. Disziplin, Gehorsam und Leistungsdruck prägten den Alltag. Mit Kriegsende kehrte Herr Herbert 1945 nach Hause zurück. Dies war jedoch nicht das Ende seiner "Geschichte", sondern erst der Anfang.
Sein Vater Willy Herbert kam nicht aus dem besetzten Polen, wo er seit 1941 als Mitglied der Waffen-SS in den Konzentrationslagern Lublin und Sobibor an der "Aktion Reinhardt" beteiligt war, zurück nach Hause nach Frankfurt und wurde für Tod erklärt, bevor er unverhofft 1955 in München wieder "auftauchte" und zunächst verhaftet wurde.
Erst sehr spät war es Gerhard Herbert möglich, die Details und das Ausmaß der Täterschaft seines Vaters zu erforschen und offenzulegen. Von diesen Eindrücken geprägt, steht er seit dieser Zeit als Zeitzeuge zur Verfügung. Dabei berichtet er sowohl über seine Zeit auf der Napola als auch über seine Familiengeschichte.

Zielgruppe: Schulkassen Sek. I/II

Referent: Gerhard Herbert erlernte nach Kriegende zunächst den Beruf des Bäckers, arbeitete bei der Post, studierte anschließend Lehramt und war seit 1970 als Lehrer tätig
Moderation: Ursela Ernst