Die Rhön erwandern (2) – Agentenschleusen und geheime Orte

Wanderwochenende

Nr. W9453 | Frei:

Reiseleitung Beatrice Löffler

Reiseleitung Jutta Hambloch

Kategorie Studienreisen

Ort Hilders

Termine 16.06.23, 08:00 Uhr - 22:30 Uhr

17.06.23, 08:00 Uhr - 22:30 Uhr

18.06.23, 08:00 Uhr - 22:30 Uhr

Entgelt 205 € Entgelt (inkl. Übernachtung/Frühstück)

Art Studienreise / Bildungsurlaub

 

Die Rhön, das Mittelgebirge im Herzen Deutschlands, das sich auf die Bundesländer Hessen, Bayern und Thüringen erstreckt, ist reich an Natur- und Kulturschätzen. Um die natürliche und kulturelle Vielfalt zu bewahren und zu schützen, ist die Rhön bundeslandübergreifend seit dem Jahr 1991 von der UNESCO als Biosphärenreservat ausgewiesen. Gemäß dem Motto "mensch.natur.einklang" werden die Naturschätze geschützt und es wird gleichzeitig darauf abgezielt, dass Menschen in dieser einzigartigen Landschaft in Harmonie mit der Natur leben können und auch die kulturellen Schätze erhalten bleiben.
Bereits seit einiger Zeit ist die Rhön ein beliebtes Urlaubsziel. Besucherinnen und Besucher sind sich einig: "Die Rhön ist schön - Natur pur". Wanderurlaube im "Land der offenen Fernen" sind beliebt. Der "Rhöner Charme" - ein Zusammenschluss von heimischer Gastronomie und Handel - ergänzt das vielfältige und bunte sportliche Angebot um den kulinarischen Aspekt.
Eine ideale Urlaubsregion also? Gewiss, aber die Rhön ist auch in historisch-politischer Hinsicht interessant. Sie war während des 2. Weltkriegs, in der Nachkriegszeit und während der Zeit der deutschen Teilung Schauplatz intensiven politischen Handelns. Noch heute kann man Spuren der Weltpolitik des vergangenen Jahrhunderts in der Rhöner Landschaft entdecken.
Es finden sich immer noch Relikte des nationalsozialistischen Regimes in dieser Landschaft. Auch die deutsche Teilung nach dem 2. Weltkrieg hat noch sichtbare Spuren hinterlassen, nicht nur in der Landschaft, sondern auch im Bewusstsein der Rhönerinnen und Rhöner, für die der "Kalte Krieg" und der "Eiserne Vorhang" weit mehr sind als Stichpunkte im Geschichtsbuch. Die Auswirkungen haben sie am eigenen Leib, in ihrem Alltag erfahren.
Bei unserem Rhön-Wochenende werden wir auf den Spaziergängen und Wanderungen (von ca. 4 km bis ca. 15 km) im "Land der offenen Fernen" auf Spuren der nationalsozialistischen Terrorherrschaft treffen. Auch werden wir Teile des ehemaligen Grenzverlaufs zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR zu Fuß erkunden und Spuren des ehemaligen "Eisernen Vorhangs" entdecken. Erläuterungen eines Zeitzeugen werden die Lebensbedingungen wieder lebendig werden lassen.
Wir bewegen uns bei unseren Wanderungen in einem Höhenbereich von ungefähr 700 m bis 800 m auf Wegen mit unterschiedlichem Untergrund (Wiesenwege, Waldwege, Forstwege, Bohlenpfad im Moor, Reste des ehemaligen Kolonnenwegs).
Ausgangspunkt unserer Unternehmungen wird ein Landgasthof im hessischen Rhönstädtchen Hilders sein, in dem wir die Rhöner Küche mit regionalen Produkten genießen können. Er liegt oberhalb des kleinen "Stadtzentrums" direkt neben der katholischen Pfarrkirche St. Bartholomäus.
Um die Ausgangspunkte der Spaziergänge und Wanderungen zu erreichen, ist eine Anfahrt mit dem PKW notwendig. Die Veranstaltung beginnt am Freitagnachmittag (16.06.2023) um 17.30 Uhr im Landhotel Hohmann in Hilders. Nach dem Abendessen ist als erster Programmpunkt ein Spaziergang durch das Schwarze Moor geplant. Am Sonntag (18.06.2023) endet die Veranstaltung am frühen Nachmittag nach der Wanderung rund um den Ellenbogen.

Das Programm ist in dieser Form geplant:

Freitag:
Spaziergang durch das Schwarze Moor
(ca. 4 km, Bohlenpfad, ohne Anstiege, ca. 780 m Meereshöhe)
Ein Bohlenpfad führt auf einem ca. 2,5 km lange Rundkurs um das ca. 66 Hektar große Schwarze Moor, das auf bayrischem Gebiet im sog. Dreiländereck (Hessen, Bayern, Thüringen) liegt. Auf mehr als 20 Informationstafeln kann man sich über die Entstehung dieses Hochmoores, seine ehemalige Nutzung und die spezifische Flora und Fauna informieren. Ein Aussichtsturm ermöglicht Ausblicke auf die nicht zu Fuß erreichbaren Bereiche des Schwarzen Moors.
In der näheren Umgebung des Schwarzen Moors weisen die Ruine eines Torbogens sowie regelmäßige Strukturen in der Landschaft darauf hin, dass die Nationalsozialisten hier versucht haben, die Hohe Rhön landwirtschaftlich zu erschließen.

Samstag:
Rundwanderung Birx - Museumsgrenze (Mahnmal deutscher Geschichte) - Frankenheim - Heimatblick - Birx
(ca. 15 km; Wiesenwege, Forstwege, Waldwege mit z.T. unebenem Untergrund, Teile des ehemaligen Kolonnenwegs, moderate Anstiege und Abstiege, im Höhenbereich von ca. 750 m bis 800 m)
Am ehemaligen "Tag der deutschen Einheit" (bundesdeutscher Nationalfeiertag von 1954 bis 1990 zur Erinnerung an den gescheiterten Volksaufstand am 17. Juni 1953 in der DDR) startet die Rundwanderung in Birx, einem kleinen Dorf im äußersten Südwesten des thüringischen Landkreises Schmalkalden-Meiningen. Das Dorf lag während der Zeit der deutschen Teilung nur ca. 200 Meter von der innerdeutschen Grenze entfernt und war auf drei Seiten von den DDR-Grenzanlagen umgeben. Der Weg führt weiter aufwärts zu einem Plateau, vorbei an ehemaligen Grenzanlagen der DDR geht es auf fast gleichbleibender Höhe weiter nach Frankenheim, das mit einer Höhenlage bis 780 m das höchstgelegene Dorf der Rhön ist. Während der DDR-Zeit waren auf zwei Seiten des Dorfes die Grenzanlagen nur ca. einen Kilometer entfernt. Auf dem "Friedensweg", wird der Aussichtspunkt "Heimatblick" auf dem Rhönkopf (780 m) erreicht. Von diesem Punkt aus, der während der Zeit der deutschen Teilung in der Bundesrepublik Deutschland (Bundesland Bayern) lag, konnten DDR-Flüchtlinge in ihre alte Heimat blicken. Auf dem Weg zurück nach Birx machen weitere Relikte der DDR-Zeit deutlich, in welchem gravierenden Ausmaß dieser Bereich der Rhön durch die innerdeutsche Grenze geprägt war. Auf einem Teilstück der Wanderung werden wir von einem Zeitzeugen begleitet, der als Bewohner des Ortes Birx die Zeit der deutschen Teilung und die Wiedervereinigung erlebt hat.

Sonntag:
Rundwanderung um den Ellenbogen (814 m)
(ca. 6 km; Wiesenwege, Forstwege, Waldwege mit z.T. unebenem Untergrund, einige Anstiege und Abstiege, im Höhenbereich von ca. 750 m bis 814 m)
Der Weg führt mit einigen An- und Abstiegen um den Gipfelbereich des Ellenbogens herum. Der Ellenbogen ist einer der höchsten Berge der thüringischen Rhön. Als relativ hohe Erhebung in der Nähe der innerdeutschen Grenze war er für die DDR-Regierung interessant. Von hier aus wurde versucht, den Grenzbereich und den angrenzenden Bereich der Bundesrepublik Deutschland zu überwachen. Auf unserer Rundwanderung werden wir an verschiedenen Stellen die exponierte Lage dieses Berges erleben, die weite Ausblicke nach Hessen, Bayern und Thüringen erlaubt. Die 21 Meter hohe Besucherplattform "Noahs Segel" auf der Kuppe des Ellenbogens stellt einen touristischen Anziehungspunkt dar.
Der Weg führt am heute als Hotel genutzten "Eisenacher Haus" vorbei, dessen gesamte Umgebung während des Kalten Kriegs zum Sperrgebiet erklärt worden war. Die nicht weit entfernt liegende Ausflugsgaststätte "Thüringer Rhönhaus" hat eine wechselvolle politische Geschichte hinter sich.

Reiseleitung: Jutta Hambloch ist Lehrerin an einer Gesamtschule und unterrichtet die Fächer Englisch und Erdkunde. Beatrice Löffler arbeitet als Ausbilderin an einem beruflichen Studienseminar in der Lehreraus- und Fortbildung.

Unterbringung: Landhotel Gasthof Hohmann (Übernachtung / Frühstück) in Hilders

Leistungen:
* 2 Übernachtungen im Doppelzimmer inkl. Frühstück (begrenzte Anzahl an Einzelzimmer verfügbar, gegen EZ-Zuschlag von 20,– €)
* Wanderungen
* Reiseleitung
* Material über das Naturreservat Rhön