Völkerkundliche Trekkingtour in Nepal - Solu Khumbu

Landschaft, Menschen und Kultur hautnah, abseits der Haupt-Touristenwege südlich des Mount Everest

Nr. W7370 | Frei:

Reiseleitung Simone Vondung

Reiseleitung Dietmar Heimann

Kategorie Studienreisen

Termine 03.04.20 - 19.04.20

Entgelt 1700 € Entgelt DZ (ohne Flug)

Art Studienfahrt

 

Diese Reise führt uns nach einem Tag der Eingewöhnung und Besichtigung einzelner Sehenswürdigkeiten in Kathmandu über eine abenteuerliche Jeepfahrt entlang des Sun Koshi Flusses und hinauf in die Berge. Die Fahrt geht durch das südlich des Mount Everests gelegene Solu Khumbu, das vom "Massentourismus" gegenwärtig nur gestreift wird. Nur vereinzelt treffen wir auf Wegeabschnitte oder Dörfer, die Teil der Hauptrouten des Mainstream-Tourismus' und daher entsprechend frequentiert sind. Genau das Richtige für all diejenigen, die weniger alpinistische oder körperliche Höchstleistungen erbringen wollen, sondern sich einen reichhaltigen Erfahrungsschatz über dieses unglaublich vielfältige Land verschaffen möchten.
Auf dem Trek erwartet uns eine ausgewogene Mischung von landschaftlichen, kulturellen und religiösen Höhepunkten sowie ein tiefer Einblick in das Leben der unterschiedlichen Volksgruppen, die sich in diesem Gebiet angesiedelt haben. Wir werden Menschen begegnen, die so unterschiedlichen Ethnien wie den Rai, Tamang, Magar, Chetri und natürlich den Sherpas angehören. Wir werden in den einzelnen Dörfern auch immer wieder auf Angehörige der Kami treffen, einer so genannten Berufskaste, die den Unberührbaren zugerechnet wird. Unser nepalischer Führer, der selbst aus dieser Gegend stammt, wird uns sensibel diesen Menschen näher bringen, ohne dass das Gefühl eines "Zoobesuches" entsteht und wird uns die Besonderheiten in der Lebensweise der Menschen, ihrer Siedlungskultur, ihrer Kleidung, Sprache und Religion verdeutlichen.
Neben den zwei großen Klöstern in Thuptenchholing Gompa und Chiwang werden wir die Gelegenheit des Besuches vieler weiterer kleiner Klöster und religiöser Be-gegnungsstätten in der freien Natur haben. Das landschaftliche Highlight wird die Besteigung des Pikey Peaks sein, ein ca. 4.050 m hoher Grashügel, der keinerlei bergsteigerische Erfahrung oder alpine Hilfsmittel erfordert. Nur 3 Tagesmärsche von der Straße entfernt bietet sich hier besonders in der klaren Luft der frühen Morgenstunden ein überwältigender Blick über die gesamte nepalische Himalayakette, wenngleich die Eisriesen nicht so zum Greifen naheliegen, wie bei Touren zu den weit schwieriger zu erreichenden Aussichtspunkten im zentralen Himalaya. Aber auch auf unserem weiteren Weg werden sich immer wieder wundervolle Aussichtspunkte auf die alpine Bergwelt und die unendlich ausgedehnten Vorgebirge ergeben.

Das Angebot richtet sich an Menschen, die dieses herrliche Land bereisen wollen, aber den Massentourismus fürchten oder sich erstmals an Höhen um die 4000er-Marke herantasten wollen, ohne über alpine Kenntnisse zu verfügen. Ebenfalls adressiert sind diejenigen, die schon einmal in Nepal waren und neben den Highlights der bekannten 8000er gerne mehr über das Leben der Menschen erfahren möchten.

Leitung: Simone Vondung unterrichtet am Goethe Gymnasium in Bensheim die Fächer Deutsch und Musik. Dietmar Heimann, Jahrgang 1959 arbeitete bisher bei der Deutschen Telekom im IT-Anforderungsmanagement.
Zusammen haben sie - oft in Begleitung ihrer Kinder oder Freunde - bereits zahlreiche Trekkingtouren im Himalaya, die meisten davon in Nepal, unternommen. Mehrere Male wurden sie dabei von den beiden nepalischen Führern Amrit und Lagu Magar begleitet, die bei der angebotenen Tour ebenfalls die Vor-Ort-Organisation und die Führung übernehmen werden.
Simone und Dietmar leiten seit 6 Jahren über den an das Goethe Gymnasium angeschlossenen Hilfsverein "Goethe hilft mit e.V." Hilfsprojekte in Nepal im Bereich Bildung und, besonders im Jahr 2015 nach dem schweren Erdbeben, Existenzsicherung.

Im Preis eingeschlossen sind:
" Hotel in Doppelzimmern mit Frühstück in Kathmandu
" Jeepfahrt zum Ausgangspunkt des Treks und zurück nach Kathmandu
" Unterkunft, Essen und Trinken (Wasser und Tee) auf dem gesamten Trek.
" Kosten für Träger, Führer und Küchen-Mannschaft
" Kosten für Trekking-Permits
" Kosten für Taxifahrten und Eintrittsgelder für Tempel und Plätze in Kath-mandu, Patan und Boudanath.

Zusätzliche Kosten vor Ort entstehen für:
" Trinkgelder für Träger, Küchen-Mannschaft und Führer
" Einzelzimmer in Hotels und Lodges (hier kann die Verfügbarkeit nicht immer sicher gestellt werden)
" Mittag- und Abendessen in Kathmandu
" Softdrinks und alkoholische Getränke auf der gesamten Reise

Trinkgelder:
Trinkgelder stellen für nepalische Träger, Helfer und Führer einen wichtigen Bestandteil ihres Einkommens dar. Im Kern handelt es sich dabei zwar um eine freiwillige Dreingabe wie bei uns, das Nicht-Gewähren von Trinkgeld wird aber anders als bei uns als grobe Unhöflichkeit und mit großer Enttäuschung wahrgenommen.
Die Höhe der Trinkgelder richtet sich nach der Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit der einzelnen Leute und bewegt sich im Allgemeinen zwischen einem und zwei Tagessätzen pro Woche der Begleitung, bei besonders guten Leistungen auch darüber. Gerne werden darüber hinaus auch Sachgeschenke entgegen genommen wie Sonnenbrillen, Jacken, T-Shirts etc., die nach dem Trek vielleicht nicht mehr gebraucht werden.
In unserem Fall bedeutet das zusätzliche Kosten für Trinkgelder in Höhe von 50 - 100 € je Teilnehmer.

Reisedauer: 17 Tage
Dauer der Tour: 11 Tage
Volle Trekkingtage: 9 Tage
Zurückgelegte km: ca. 120 km
Starthöhe: ca. 2.800 m
Maximale Höhe ca. 4.050 m
Anforderungen: Durchschnittliche Fitness, keine bergsteigerischen Anforderungen, Bereitschaft, auf westlichen Kom-fort weitgehend zu verzichten. Tägliche Gehzeiten zwischen 4 und 8 Stunden mit leichtem Gepäck.

Die körperlichen Voraussetzungen für diesen Trek sind sehr moderat, gleichwohl ist eine gewisse körperliche Fitness erforderlich, um die Reise in vollem Umfang genießen zu können. Für diejenigen, die mit der Höhenanpassung Schwierigkeiten haben, besteht die Möglichkeit, die Besteigung des Pikey Peaks auszulassen und über einen kleinen Umweg das nächste Etappenziel zu erreichen. Die beiden Klosterbesuche sind als Exkursionen geplant, sollten Sie also von der jeweiligen Tagesetappe bereits erschöpft sein oder einfach einen halben Ruhetag einlegen möchten, ist das ohne weiteres möglich.
Für den Großteil Ihres Gepäcks werden Träger engagiert, Sie selbst tragen lediglich das, was Sie über den Tag benötigen, etwas zu trinken, ein paar Müsliriegel sowie normale warme- und Regenkleidung. Falls möglich wird uns unsere Küchencrew mittags eine kleine Mahlzeit bereiten, falls nicht, bekommen wir ein üppiges Lunch-Paket gestellt. Neben den Trägern und der Küchencrew werden Sie auf der Trekkingtour von zwei deutschsprachigen Organisatoren, sowie einem gut Englisch sprechenden nepalischen Führer begleitet.

Die Unterkünfte werden generell sehr einfach und in keiner Weise mit hiesigen Standards vergleichbar sein. In der ersten Hälfte des Treks werden wir in bereits bestehende Herbergen (Lodges) einkehren, die Eigentümer sind den Umgang mit Touristen gewohnt, ausreichend große Essensräume sowie einfache sanitäre Anlagen sind vorhanden.
Auf der zweiten Hälfte des Treks stehen keine Lodges mehr zur Verfügung. Wir werden dann in Privathäusern übernachten, wodurch wir ein noch authentischeres Bild vom Leben der Nepali bekommen. In Einzelfällen wird die Gruppe dabei aufgeteilt, weil die Häuser im Allgemeinen für die Aufnahme einer ganzen Gruppe von Reisenden nicht groß genug sind. Und obwohl bei jedem Teilnehmer etwaige Berührungsängste inzwischen weitgehend verschwunden sein sollten, wird Ihnen in jedem Haus jemand zur Seite gestellt, der vermitteln und ein wenig übersetzen kann.
Am letzten Tag unserer Trekkingtour gelangen wir in das Dorf unseres nepalischen Führers, in dem wir einer Willkommenskultur begegnen werden, die uns nachhaltig prägen wird. Hier haben wir auch die Gelegenheit des Besuches einer Grundschule, die seit mehreren Jahren von verschiedenen kleinen Vereinen aus Deutschland und Frankreich unterstützt wird.
Nach unserer Rückkehr nach Kathmandu, die wiederum eine ganztägige Jeepfahrt erfordert, haben wir einen ganzen Tag zur Verfügung, um weitere Sehenswürdigkeiten zu besuchen, wobei uns unser nepalischer Führer unterstützt. Am darauffolgenden Tag in den Abendstunden ist dann bereits unser Rückflug, es steht also noch ein weiterer halber Tag für Shopping oder einfach nur zum Ausruhen zur Verfügung. Gerne besuchen wir mit Ihnen auch ein Selbsthilfeprojekt nepalischer Frauen oder besichtigen eine Werkstatt, in der Messingskulpturen hergestellt werden.


Die Reise im Einzelnen:

Tag 1
Wir treffen uns am Abend am Flughafen Frankfurt. Es wirdeine Zwischenlandung geben, da Kathmandu von Deutschland aus nicht direkt angeflogen wird.

Tag 2
Am frühen Abend erreichen wir Kathmandu, Taxis oder ein Minibus bringen uns zu unserem Hotel in Thamel, dem Haupt-Touristenviertel von Kathmandu. Das Abendessen nehmen wir gemeinsam mit unserem nepalischen Führer in einem nahe gelegenen Restaurant ein, die Reiseleitung macht zur Wahl des Restaurants Vorschläge, die dann je nach Anspruch und Wunsch der Gruppe ausgewählt werden kann.

Tag 3
Der Tag steht für Einkäufe und Vorbereitungen zur Verfügung. Wenn alles erledigt ist können wir eine kurze Besichtigung des zentralen Platzes von Kathmandu, dem Durbar Square machen, dessen Tempel bei dem Erdbeben im Jahr 2015 fast vollständig zerstört wurden. Am Abend besteht das Angebot, den Haupt-Tempel der Buddhisten in Boudhanath zu besichtigen. Die Abendstunden sind an diesem Tempel besonders reizvoll, weil viele Gläubige die Anlage umrunden, dabei die Gebetsmühlen drehen und ihre Gebete murmeln. Hier können wir auch auf der Dachterrasse eines Restaurants unser Abendessen einnehmen und dabei den Blick auf den Tempel und das Geschehen genießen.

Tag 4
Jeepfahrt nach Dhap
Das Abenteuer beginnt. Nach dem Frühstück im Hotel besteigen wir unsere Jeeps und fahren ca. 8-9 Stunden nach Dhap, dem Ausgangspunkt unseres Treks. Hier beziehen wir eine einfache, aber saubere Lodge. Bei schönem Wetter empfiehlt sich ein ca. 1-stündiger Spaziergang zu dem nahegelegenen Aussichtspunkt Changesthan Danda, der auch einen heiligen Ort darstellt.

Tag 5
Frühaufsteher und Naturliebhaber können vor dem Frühstück zu einem anderen nahegelegenen Aussichtspunkt, dem Thal Danda spazieren, von dem aus man ebenfalls fast die ganze Himalaya-Kette überschauen kann.
Nach dem Frühstück geht es dann endgültig los. Es erwartet uns ein recht entspannter Wandertag, an dem wir dem Höhenzug der Phakle Danda mit nur kleinen An- und Abstiegen folgen. Mit geschultem Blick können wir vielleicht ein paar wilde Orchideen sehen, ansonsten schauen wir stets weit über die sanften Vorgebirge des Himalaya.
Nach ca. 5-7 Stunden erreichen wir unsere Lodge in dem kleinen Ort Jhapre, in dem wir am Abend noch ein kleines Kloster, hier "Gompa" genannt, besichtigen können. Jhapre liegt auf ungefähr der gleichen Höhe wie der Ausgangspunkt des Tages.

Tag 6
Es erwartet uns ein recht anstrengender Tag, weil wir ca. 800 m höher hinauf kommen und die alpine Vegetationszone erreichen. Über weite Yakweiden genießen wir den Blick auf die Umgebung, die uns zu Füßen liegt.
Auf unserem Weg passieren wir die kleine Tolu Gompa, die aber nicht viel Sehenswertes bietet, zumal während des Großteils des Jahres nicht einmal Mönche hier wohnen und nur anlässlich religiöser Feste hierher kommen. Wir können uns also recht zielstrebig unserem heutigen Tagesziel zuwenden, dem Pikey Peak Basecamp auf ungefähr 3.640 m Höhe, wo wir mehrere sehr einfache Lodges finden. Auf dem Weg werden wir an einem schönen Platz, der Lhamuje genannt wird, ein ordentliches Mittagessen einnehmen, das unser vorausge-gangenes Küchenteam für uns bereiten wird. So gestärkt nehmen wir das letzte Stück unse-res heutigen Weges in Angriff und steigen erst moderat, später steiler ansteigend zum Basis-lager empor.
Heute gehen zumindest die Gipfelaspiranten früh ins Bett, weil wir am nächsten Morgen schon gegen 4:30 Uhr aufbrechen müssen, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf der ers-ten Anhöhe des Pikey Peak zu sein.

Tag 7
Wir stehen gegen 3:30 Uhr auf und nehmen nur ein kleines Frühstück, bestehend aus einer Tasse Tee oder Café und eine paar Keksen, zu uns.
Mit denjenigen, die auf den Gipfel wollen, brechen wir mit Stirnlampen gewappnet gegen 4:30 Uhr auf und nehmen den direkten Anstieg über steile Gras- und Weideflächen. Für die Bewältigung der 400 m Höhendifferenz sollten wir zwischen einer und eineinhalb Stunden einkalkulieren, die Höhe fordert sicher von dem einen oder anderen bereits Tribut. Kurz vor Sonnenaufgang erreichen wir somit den Gipfel dieses sanften, grasigen Hügels, an dem gläubige Buddhisten viele Gebetsfahnen aufgehängt haben, die malerisch im Wind flattern.
Wir werden uns viel Zeit nehmen, den Sonnenaufgang zu beobachten und das überwälti-gende, sich ständig wandelnde Panorama über fast die ganze Himalaya-Kette vom Kan-chenjunga im Osten, über Lhotse, Mount Everest, das Massiv des Dudh Kunda mit seinen heiligen Bergen Numbur, Khatang and Karyolung, Ganesh Himal, Manaslu, Dhaulagiri und Annapurna zu genießen.
Vollgetankt mit Eindrücken steigen wir ca. 1 Stunde hinab zu der kleinen Häuseransammlung Jasmane Bhanjyang, wo wir ein spätes Frühstück bzw. ein frühes Mittagessen einnehmen werden. Hier treffen wir auch diejenigen wieder, die nicht so früh aufstehen wollten und den direkten, einfacheren Weg nach Jasmane Bhanjyang unter Auslassung des Gipfels gewählt haben.
Ausgeruht und gestärkt steigen wir in das Tal des Loding Khola hinab und erreichen das von der Volksgruppe der Sherpa und Magar bewohnte Dorf Loding am späten Nachmittag, in dessen Nachbardorf Tamakhani, wo wir wieder eine einfache Lodge beziehen. Hier befindet sich auch ein sehenswerter Hindu-Tempel, an dem in den November-Vollmondnächten ein großes Fest stattfindet.
Weil wir heute ca. 1200 m tiefer als am Vorabend übernachten, werden wir einen sehr erhol-samen Schlaf genießen.

Tag 8
Nach den gestrigen Anstrengungen können wir es heute entspannt angehen. Nach Junbesi, unserem nächsten Übernachtungsort, der auf einer der Hauptzugangsrouten ins Everest-Gebiet liegt und eine ausgeprägte touristische Infratruktur bietet, ist es nur ein halber Ta-gesmarsch, bei dem wir netto nur ca. 250 Höhenmeter bergan überwinden müssen. Auch hier leben viele Sherpa, ein dominantes Kloster und eine große Schule finden sich ebenfalls in diesem schönen Ort.
All denjenigen, die Interesse und Energie haben, bieten wir einen Ausflug zu dem ca. 200 m höher gelegenen, riesigen Klosterdorf Thuptenchholing Gompa an. Im ganzen Dorf wohnen fast nur Nonnen und Mönche, wenn wir Glück haben, wird gerade eine große Puja, eine Gebetsstunde abgehalten, an der wir teilnehmen und eventuell im Anschluss mit den Nonnen und Mönchen gemeinsam essen können. Für Hin- und Rückweg benötigen wir ca. 2 Stunden, die Gesamtdauer dieser Exkursion hängt davon ab, wie lange wir uns in diesem Klosterdorf Zeit nehmen.
Hier wäre auch ein schöner Ort, an dem wir einen Ruhetag einlegen könnten, den wir als frei verfügbaren Reservetag eingeplant haben.

Tag 9
Von Junbesi laufen wir heute zunächst den nach diesem Ort benannten Fluss, den Junbesi Khola hinab, vorbei an mehreren Sherpadörfern bis nach Najing, wo wir unser Mittagessen einnehmen. Danach gelangen wir das Haupttal des Solu Khola, das wir hinab gehen, bis wir das Dorf Chiwang auf ca. 2.400 m Höhe erreicht haben.
Hier bieten sich uns zwei Optionen:
Option 1: Diejenigen, die Lust auf einen weiteren Klosterbesuch haben, lassen den Großteil des Gepäcks in der Lodge und gehen steil bergan zur knapp 500 m höher gelegenen Chi-wang Monastry, um dort an der abendlichen Gebetsstunde teilzunehmen. Am Abend werden wir zurück im Dorf Chiwang sein, wo wir zusammen mit denen, die zurück geblieben sind, ein spätes Nachtmahl zu uns nehmen werden.
Option 2: Wir stärken uns alle noch einmal mit Tee und Keksen und nehmen gemeinsam den Anstieg zum Kloster in Angriff, wo wir in einem der angeschlossenen Mönchsbehausungen schlafen können.

Tag 10
Je nachdem, wo wir übernachtet haben, beginnt unser Tag entweder mit dem Abstieg von der Chiwang Monastry über einen genussvollen Fußweg hinab ins Dorf oder wir starten gleich von dort und laufen über einen Jeep-Fahrweg bis nach Phaplu, wo sich ein kleiner Flugplatz und einiges an touristischer Infrastruktur befindet.
Die Gegend hier ist recht dicht besiedelt, kaum passieren wir auf unserem Weitermarsch in Richtung der Distrikthauptstadt Sallieri einmal gänzlich unbesiedeltes Gelände. Wir ziehen vorbei an Dutzenden von Läden, Bars, Restaurants, Werkstätten und Lodges, hin und wieder müssen wir einem dahin tuckernden Jeep oder Traktor Platz machen. Am südlichen Ortsrand von Sallieri biegen wir von der Hauptstraße ab, Fußgänger sind ab hier wieder weitgehend unter sich.

Unser nächstes Ziel heißt Chyalsa, ein Sherpadorf, in dem sich ein tibetisches Flüchtlings-camp befindet, und das wir gegen Mittag erreichen werden. Die Dörfer, die wir vorher passie-ren, werden von Sherpa und anderen Volksgruppen tibetischen Ursprungs bewohnt. Beson-ders interessant ist das Dorf Thating, wo sich Menschen der Kaste der Kami angesiedelt haben. Kami (Eisenschmiede) stellen eine der vier größten, so genannten Handwerkskasten dar und zählen zu den Unberührbaren. Nach den hinduistischen Kastenregeln müssen sich Vertreter der Handwerkskasten ausschließlich in ihrem angestammten Beruf betätigen. Sie sind vor langer Zeit aus Indien eingewandert und haben daher oft eine relativ dunkle Haut-farbe.
Von unserem Mittagsrastplatz in Chyalsa auf ca. 2.600 m Höhe haben wir bei gutem Wetter einen hervorragenden Blick auf das Massiv des Mera Peaks und die angrenzenden Gebirgs-züge. In der Ferne können wir auch schon unser letztes Etappenziel, Kerung, das Heimatdorf unserer nepalischen Führer erkennen. Viele der weiter unten gelegenen Dörfer wie Nele Bazar und Deusa werden von der Volksgruppe der Rai, wenn die Zeit reicht, werden wir noch einzelne von ihnen besichtigen können.
Von Chyalsa aus ist es nicht mehr weit bis zu unserem heutigen Etappenziel, dem nahe der Straße gelegenen Dorf Garma auf 2162 m Höhe. Hier werden uns private Sherpahäuser oder eine einfache Lodge als Nachtlager dienen.

Tag 11
Heute ist der letzte Tag mit einer längeren Wanderung. Wir laufen zur Straße hinunter, queren diese und steigen anschließend in das tiefe Tal des Solu Khola hinab. Auf der anderen Seite geht es wieder steil bergan, bis wir das inmitten von Mais und Hirsefeldern gelegene Dorf Bhittakharka erreicht haben. Hier machen wir nur eine kurze Pause und ziehen den gut ausgebauten Weg nach Meranding weiter, das weit verstreut an den Hängen des Chhunga Khola Seitentals liegt. Hier findet sich auch eine große weiterführende Schule, in die Kinder vieler umliegender Dörfer geschickt werden. Vielleicht bietet sich uns hier die Möglichkeit, unser Mittagessen im Haus eines unserer Begleiter, der Volksgruppe der Magar angehörend, einzunehmen.
Von hier aus steigen wir in das Seitental hinab, an dessen Flusslauf ein kleines Wasser-kraftwerk zu bestaunen gibt, das ursprünglich mit französischer Entwicklungshilfe erbaut und seitdem in Eigenregie der Bewohner von Kerung betrieben wird.
Am späten Nachmittag erreichen wir nach einem ordentlichen Anstieg Kerung, das wie viele Dörfer in dieser Gegend über mehr als 200 Höhenmeter und über zwei Bergrücken verstreut liegt. Wir werden heute Gast in den Familien-Häusern unserer Begleiter sein.

Tag 12
Heute haben wir den ganzen Tag Zeit, das Dorf unserer nepalischen Führer, die hier aufge-wachsen sind, und deren Bewohner kennen zu lernen. Wir werden u.a. Häuser von Sherpa-Familien anschauen, und den einen oder anderen Tee bei kastenlosen Dorfbewohnern trin-ken, sowie auf Menschen der Kaste der Rai treffen, deren wohl geregeltes und friedliches Miteinander uns sicher beeindrucken wird.
Gegen späten Vormittag können wir die örtliche Grundschule besichtigen, die seit mehreren Jahren u.a. von dem Goethe Gymnasium in Bensheim gefördert wird. Sollten wir zu einem Zeitpunkt außerhalb der Ferien hier eintreffen, können wir mit einer bezaubernden, kulturellen Darbietung rechnen, im Rahmen derer die Schülerinnen und Schüler traditionelle Tänze aufführen. Wir machen den Darstellern eine große Freude, wenn wir gegen Ende der Veran-staltung mit ihnen zusammen tanzen. Anschließend wird man uns gewiss noch ins Dorfge-meinschaftshaus führen um mit führenden Vertretern des Dorfes zusammen zu treffen.

Entweder wir bleiben noch eine weitere Nacht in diesem gastfreundlichen Dorf, oder wir stei-gen ca. 400 m zu der Bus- und Jeepstation in Bakhor an der Straße auf, von wo aus wir nach Patale, nahe dem Ausgangspunkt unseres Treks oder nach Dhap direkt weiterfahren. Auf jeden Fall aber verabschieden wir unser Team, was im Allgemeinen mit einem kleinen Fest begangen wird. Trinkgelder und Sachspenden werden wir jetzt an den Mann bringen, Näheres ist unter dem Abschnitt "Trinkgelder" beschrieben.
Je nach Zeitverfügbarkeit kann jetzt auch noch einmal die Begehung eines der beiden Aus-sichtspunkte nachgeholt oder wiederholt werden, die wir schon zu Beginn unserer Tour an-geboten haben.

Tag 13,10. Trekkingtag, Reservetag
Die meisten Veranstalter von Nepalreisen rechnen in der Gesamtplanung einen Reservetag ein, weil es immer wieder zu unvorhergesehenen Verzögerungen kommen kann. Schlechtes Wetter, gesundheitliche Probleme von Teilnehmern oder auch Erdrutsche, die einen größeren Umweg erfordern, können Ursachen derartiger Verzögerungen sein. Sollte aber alles wie geplant verlaufen, empfiehlt sich die Nutzung des Reservetages in Junbesi, Thuptenchholing Gompa, Chiwang oder einem der Raidörfer im letzten Abschnitt unserer Tour.

Tag 14,11. Trekkingtag und Rückfahrt nach Kathmandu
Wenn wir noch eine Nacht in Kerung verbracht haben, müssen wir früh aufstehen und nach Bakhor aufsteigen, wo uns ein Jeep abholen und nach Kathmandu zurück fahren wird. An-dernfalls fahren wir direkt ab Patale oder Dhap zurück, wirkliche Frühaufsteher haben noch-mals die Gelegenheit, auf den Aussichtspunkt Thal Danda zu steigen und von den Bergen Abschied zu nehmen.
Kurz nach Sonnenaufgang in Patale, Blick auf die Berge des Dudh Kunda Verzögerung bei der Rückfahrt durch eine Schafherde
Gegen Abend erreichen wir Kathmandu, wo wir wieder unser Hotel beziehen und in einem der nahegelegenen Restaurants zu Abend essen werden.

Tag 15
Für den heutigen Tag stehen ein Ausflug in die Nachbarstadt Patan sowie gegen Abend ein Besuch der Tempelanlage von Swayambunath an.
Patan ist wie Kathmandu und Bhaktapur eine der drei ehemaligen Königsstädte mit ihrem ganz eigenen, durch Metall- und Messinghandwerksbetriebe gekennzeichneten Flair. Mit etwas Glück können wir uns von einem befreundeten Kunstgewerbe-Händler durch die Werkstätten führen lassen und können ggf. auch den Guss der allgegenwärtigen Messing- und Bronzestatuen bestaunen, ein schweißtreibendes und gefährliches Handwerk.
In den Abendstunden laufen wir noch einmal ca. eine halbe Stunde zu der großen Tempel-anlage von Swayambunath, im Volksmund auch "der Affentempel" genannt. Eine unzählbare Menge von Affen labt sich hier an den als Opfergaben dargebrachten Speisen, man tut gut daran, nichts Essbares in der Hand oder in offenen Taschen mit sich zu führen, sonst wird man leicht zum Opfer eines "Raubüberfalls" durch diese Tiere. Es ist eine bezaubernde At-mosphäre an diesem heiligen Ort, der von Buddhisten und Hindus gleichermaßen begangen wird. Nach Sonnenuntergang nehmen wir ein Taxi zurück nach Thamel.

Wer an diesen Ausflügen nicht teilnehmen will kann auch durch die Innenstadt von Kathmandu streifen und das geschäftige Treiben beobachten

Tag 16,
Am Morgen müssen wir unser Fluggepäck packen und die Zimmer räumen, das Gepäck wird bis Nachmittag an einem sicheren Ort im Hotel für uns verwahrt.
Der Tag steht zur freien Verfügung, wem Bummeln und Shoppen in Kathmandu nicht genügt, kann mit uns ein Selbsthilfeprojekt von benachteiligten Frauen besuchen, die kunstge-werbliche Artikel wie Taschen, Portemonnaies, Schals, Decken und Vieles mehr herstellen und in einem Laden in der Nähe von Thamel verkaufen. Den angestellten Frauen wird ein fairer Lohn gezahlt und sie erhalten eine Ausbildung in eben jenen Tätigkeiten, das ist auf jeden Fall sehenswert und wer mag, kann dieses Projekt durch Kauf von Waren oder durch Spenden unterstützen.

Gegen 17:00 Uhr nehmen wir Taxis oder einen Minibus zum Flughafen, gegen 21:00 Uhr werden wir den Rückflug antreten.

Tag 17
Ankunft in Frankfurt am Main am frühen Vormittag