Bildungsurlaub nach Südfrankreich

Exil und Exilliteratur in Südfrankreich 1933-1945

Nr. W7363 | Frei:

Leitung Helga Roth

Leitung Ursula Bös

Kategorie Studienreisen

Ort La Bégude-de-Mazenc (Frankreich)

Termine 04.04.20 - 11.04.20

Entgelt 825 € Entgelt EZ

795 € Entgelt DZ

Art Bildungsurlaub

 

Der Süden Frankreichs ist auf der politischen Landkarte Europa ein besonderer Ort, an dem eine geschichtlich begründete Kultur der Widerständigkeit zwischen 1933 und 1945 die Voraussetzung für Exil und Überleben von vielen bot. Lion Feuchtwanger, Alfred Kantorowicz, Erika und Klaus Mann, Ludwig Marcuse und Max Ernst sind nur einige unter ihnen. Die alltäglichen Lebensbedingungen der Exilanten, ihre persönlichen und politischen Schicksale können anhand zahlreicher Berichte, Romane, aber auch an Kunstwerken der Exilierten nachvollzogen werden.

Am 29. Februar (10 bis 14 Uhr) findet ein Vorbreitungstreffen für die Reise in Frankfurt statt. Den Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern wird ein Reader mit ausgewählten Texten zum Thema zur Verfügung gestellt. Wie im FIEF üblich werden französische Gesprächspartner*innen in die Seminargestaltung einbezogen. Bei Bedarf wird Kinderbetreuung/Rahmenprogramm für Jugendliche organisiert. Die Anerkennung als Lehrerfortbildung sowie die Anerkennung als Bildungsurlaub ist im Umfang von 5 Tagen genehmigt.

Programm der Seminarwoche (Änderungen dieser Planung behalten sich die Organisatorinnen vor. )

Samstag 04.04.20
Individuelle Anreise bis 18:00 Uhr, Vorstellungsrunde nach dem Abendessen

Sonntag 05.04.20
Die historische und aktuelle Widerstandsgeschichte der Region Drôme Provençale - zur Bedeutung des Ortes. Die Teilnehmer*innen lernen bei einem Rundgang den FIEF und die Umgebung von La Bégude de Mazenc kennen. Am Nachmittag wird der Gründer des FIEF, Ernest Jouhy vorgestellt. Er steht für ein widerständiges Leben zwischen Flucht aus Deutschland und Exil in Frankreich.

Montag 06.04.20
Frankreich zwischen 1930 und 1945: Ersehnte Zuflucht-enttäuschte Hoffnungen für in Deutschland Verfolgte. Am Vormittag führt der Historiker Bernard Delpal in das Thema ein. Der Nachmittag führt zur Passhöhe von Vesc zu Orten des Widerstands in der Umgebung von Dieulefit, zur Berghütte, in der sich Louis Aragon und Elsa Triolet versteckten und zu Verstecken des Maquis sowie zu Abwurfplätzen zu dessen Versorgung.

Dienstag 07.04.20
Exil und Internierung. Busfahrt nach Les Milles und Besuch des Mémorial Camp des Milles. Die Gedenkstätte thematisiert die Stationen vom Lager für unerwünschte Ausländer zum Deportationszentrum. In dieser ehemaligen Ziegelei waren bedeutende Intellektuelle wie Max Ernst, Lion Feuchtwanger, Alfred Kantorowicz und Golo Mann interniert. Die Ausstellung richtet den Blick auf die Frage: Was würden wir tun?
Weiterfahrt und Übernachtung in Marseille.

Mittwoch 08.04.20
Marseille, Exil und Flucht aus Frankreich. Die Hafenstadt war für Ausreisewillige ein Zentrum. Varian Frey hatte dort sein Büro und ermöglichte vielen Exilanten die Ausreise. Ein Rundgang führt zu wichtigen Schauplätzen.
Am Nachmittag Fahrt nach Sanary-sur-Mer, dem damaligen Zentrum des deutschen Exils in Frankreich, wo vor allem zwischen 1933 und 1945 zahlreiche deutsche und österreichische Intellektuelle lebten. Auf einem Rundweg wandern wir auf ihren Spuren, bevor wir wieder in den FIEF zurückfahren.

Donnerstag 09.04.20
Literatur - ein Beitrag zum Widerstand. Exil und Exilerfahrung in Frankreich im Spiegel der Literatur.
Nach der Auswertung der Exkursion beschäftigen wir uns in Gruppen mit der beim Vorbereitungstreffen ausgewählten Literatur und präsentieren diese am Nachmittag.

Freitag 10.04.20
"Exilland" Deutschland heute: Flüchtlinge in Deutschland heute: Ersehnte Zuflucht? Oder enttäuschte Hoffnungen?
Vormittag: Bei einem Besuch von Dieulefit am Vormittag stehen die Bedingungen und Motive für Zivilcourage und widerständiges Handeln im Vordergrund. Die Besichtigung des Mémorials zum zivilen Widerstand in Dieulefit wird durch einen Gang durch die Altstadt und den Wochenmarkt ergänzt.
Nachmittag: Es ist kaum denkbar, dass die Beschäftigung mit Exil und Exilerfahrungen aus historischer Sicht uns nicht zum Nachdenken bringt über die aktuelle Situation der Flüchtlinge in Deutschland, ihre Lebensbedingungen und Perspektiven. Der Nachmittag soll Zeit und Raum bieten, uns mit diesen aktuellen Fragen zu beschäftigen, die im Laufe der Woche mit Sicherheit auftauchen. Denkbar und wünschenswert ist es, eigene Erfahrungen einzubringen, Beispiele gelingender Integration zu berichten und Perspektiven zu überlegen.

Abschlussdiskussion und Auswertung der Woche.

Samstag 11.04.20

Abreise nach dem Frühstück

Die Anerkennung als Lehrerfortbildung sowie die Anerkennung als Bildungsurlaub werden beantragt.
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule Groß-Gerau statt.

Leistungen:
- 7 Übernachtungen inkl. Vollpension (6 Übernachtungen im FIEF; 1 Übernachtung in Marseille)
- pädagogische Seminarleitung
- qualifierierte deustche Reisleitung
- Transport im Reisebus vom FIEF nach Marseille
- Vorträge, Eintritte und Rundgänge


Leitung: Helga Roth ist Französisch-Lehrerin und Leiterin der Schulbibliothek an einer IGS. Ursel Bös war Lehrerin in der Erwachsenenbildung und an einer IGS für Französisch-, Deutsch- und PoWi.