Veranstaltungsreihe: 50 Jahre 68er Revolte

Nur ein Mythos? Oder Anknüpfungspunkt für heutige soziale Bewegungen?

 

Da Geschichte auch immer Gegenwart ist, liegt der Fokus im 2. Halbjahr 2018 auf „50 Jahre 68er Revolution“. Hierfür konnten wir spannende Vorträge zu Texten und Geschichten der antiautoritären Bewegung (6.,13.,22. November) gewinnen und darüber hinaus widmet sich Gisela Notz "Zwischen Tomatenwurf und Frauenquote"  am 23. Oktober der Frauenbewegung und was daraus geworden ist, während Klaus Walter, Autor, DJ und Radio-Redakteur, in seinem Video-Vortrag den Sound der Revolte erklingen lässt und fragt "what’s left?" (29. August).

Wer die 68er Revolte lieber auf der Straße und unter dem Pflaster betrachten möchte, ist bei der Führung „Auf den Spuren der 68er“ in Frankfurt genau richtig (8. September).

Termine 2018 im Überblick

"Street Fighting Opa" | ’68 - Der Sound der Revolte. Und was bleibt?

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Mi, 29. August, 14–18 Uhr, Frankfurt
Seminarleitung: Klaus Walter, arbeitet seit Mitte der 70er Jahre als Autor und DJ über Pop und Politik, Redakteur & Moderator beim Internetradio ByteFM
Entgelt 20 € | Mitglieder GEW 10 €

Neben vielem anderen ist ´68 auch eine (Pop-)Kulturrevolution. Die Politisierung, die in den Aufständen, Revolten und Libertinagen dieses Jahres mündet, ist undenkbar ohne die popkulturellen Innovationen und Sensationen der 60er Jahre. Umgekehrt wirkt die Revolte zurück in den Pop. In seinem Video-Vortrag blickt Klaus Walter zurück auf diese beschleunigte Epoche und fragt: what´s left?


Auf den Spuren der 68er Revolte | Stadtführung in Frankfurt

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Sa, 8. September, 14–16 Uhr, Frankfurt
Leitung: Norbert Saßmannshausen, seinerzeit Aktiver der Neuen Linken, seit 20 Jahren auf den Spuren seiner Generation.
Entgelt 20 € | Mitglieder GEW 10 €

Die Stätten des 1968 beginnenden „langen roten Jahrzehnts“ – das sind der Uni-Campus, das Studentenhaus, der erste Öko-Laden „Distel“, die Karl-Marx-Buchhandlung. Dazu gehörten das Institut für Sozialforschung, der Frauenbuchladen und die Fabrik, die besetzten Häuser und die Sponti-Villa, der Nutten-Lui und das Black-Panther-Solidaritätskomitee, das Cafe Laumer und das US-Konsulat usw.

Vom Tomaten-Wurf zur Frauenquote | 68er Revolte und neue Frauenbewegung. Was ist daraus geworden?

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Di, 23. Oktober, 14–18 Uhr, Frankfurt
Seminarleitung: Dr. Gisela Notz, Sozialwissenschaftlerin und Historikerin, bis 1997 Redakteurin der Zeitschrift "beiträge zur feministischen theorie und praxis".
Entgelt 20 € | Mitglieder GEW 10 €

Themen: Herausbildung eigenständiger Frauenbewegungen in der BRD; Organisationsformen und politische Programme; Wirkmächtigkeit über die Gründerinnen-Generation hinaus; Wirkungen der Institutionalisierung der feministischen Bewegung, Bedeutung für die Gewerkschaften. Was wird damit erreicht, wenn privilegierte Frauen in die Machtpositionen eintreten (wollen)? Schließlich geht es um den erneuten feministischen Aufbruch, wie wir ihn heute erleben.

68er Revolte – eine internationale Kulturrevolution

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Di, 6. November, 19–21.30 Uhr, Frankfurt
Seminarleitung: Michael Hintz, Sozialwissenschaftler, Buchhändler, Lehrbeauftragter an der Europäischen Akademie der Arbeit (AdA)
entgeltfrei

Von Berkeley bis Paris, Frankfurt und Berlin, Mailand und Prag bis hin ins ferne Tokio – „1968“ markiert einen weltweiten Auf-Bruch gegen Ausbeutung und Konsumismus, autoritäre Strukturen und drohenden Faschismus, den imperialistischen Krieg in Vietnam und anderswo in der „Dritten Welt“. Und den Traum von einer radikalen Befreiung von jeglicher Entfremdung und Manipulation ...

 „1968“ – Ideen und Texte der Revolte

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Di, 13. November, 19–21.30 Uhr, Frankfurt
Seminarleitung: Michael Hintz, Sozialwissenschaftler, Buchhändler Lehrbeauftragter an der Europäischen Akademie der Arbeit (AdA)
entgeltfrei

Anhand exemplarischer „Texte der Revolte“ wollen wir das Spannungsfeld der politisch-kulturellen Auseinandersetzungen der Studentenbewegung diskutieren: Adornos „Studien zum autoritären Charakter“, Marcuses „Eindimensionaler Mensch“, Fanons „Verdammte dieser Erde“, Lukacs‘ „Geschichte und Klassenbewußtsein“ und Reichs „Sexuelle Revolution“.

Die antiautoritäre Revolte von ’68 – von links vergessen, von rechts bekämpft

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Do, 22. November, 19–21.30 Uhr, Frankfurt
Seminarleitung: Michael Hintz, Sozialwissenschaftler, Buchhändler, Lehrbeauftragter an der Europäischen Akademie der Arbeit (AdA)
entgeltfrei

Die Revolte war anti-autoritär, doch die reformeuphorische sozial-liberale Politik (unter dem Stichwort „Mehr Demokratie wagen“) transformierte die Motive und Themen der Studentenbewegung in eine technokratische, gezielt „anti-revolutionäre“ Modernisierung. Was ist aus den radikalen Emanzipationsansprüchen heute geworden?