Neonazis und Staat: Ursache, Analyse und Perspektive zu NSU & Rechtsterror

3.3.2020 | Frankfurt

19 bis 21 Uhr

Entgeltfrei

Wie konnten Nazis über 10 Jahre hinweg unbehelligt Terror verüben mit mindestens 10 Toten, mehreren Bombenanschlägen und über einem Dutzend Banküberfällen? Wer und was war das Umfeld des sogenannten "Nationalsozialistischen Untergrund - NSU"? Welche Rolle spielten die etwa 40 staatlich bezahlten V-Leute im direkten NSU-Umfeld und warum wurden Geheimdienst-Akten geschreddert? und ist der NSU ein Sonderphänomen rechten Terrors, dass zuvor undenkbar war und heute nicht wieder geschehen kann?

Leider nein: Rechter Terror war und ist Alltag in Deutschland und in der Welt, auch wenn er meist weniger spektakulär daher kommt. Das Oktoberfest-Attentat war und ist der schlimmste Terrorakt im Nachkriegsdeutschland und es gibt fast 200 Tote in Deutschland seit 1990. In jedem Jahrzehnt ist rechter Terror in Deutschland nachzuweisen. Allein 2019 liefen 6 Verfahren beim Generalbundesanwalt wegen Bildung einer Rechtsterroristischen Vereinigung. Der Mord an Walter Lübcke erinnert nicht nur vom Tatgeschehen, sondern auch beim Täter-Umfeld den Morden des NSU. Ein weltweites Netz von "White Power" Neonazis kämpft mit allen Mitteln um die Vorherrschaft der weißen Rasse unter dem Banner des Hakenkreuzes.

Die gute Nachricht: Neonazis sind weit weg von gesellschaftlichen Mehrheiten und können erfolgreich bekämpft werden. Doch damit dies gelingt, muss ihnen der gesellschaftliche Nährboden (Rassismus und Fremdenfeindlichkeit), die politische Anknüpfungspunkte (Rechtspopulismus und Soziale Frage) sowie die staatliche Unterstützung (tiefer Staat und Geheimdienste) entzogen werden.

Zielgruppe: Interessierte

Referent: Adrian Gabriel ist seit 2008 wissenschaftlicher Mitarbeiter für Innenpolitik und Gewerkschaften der Fraktion DIE LINKE im Hessischen Landtag und bearbeitete u.a. den NSU-Untersuchungsausschuss sowie historische und aktuelle rechtsradikale Strukturen in Staat und Gesellschaft.

 

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Bild: Ben Koorengevel, Unsplash.com