Frankfurt: Wohnungspolitik zwischen unternehmerischer Stadt und Mietentscheid

Vortrag & Diskussion zu Mieten, Verdrängung & Alternativen

15.5.2019 | Frankfurt

Von 19 bis 21 Uhr

Zielgruppe: Lehrkräfte, Interessierte, Mieter_innen

Entgeltfrei

Frankfurt hat ein Wohnungsproblem: Viele Menschen könne sich die Miete nicht mehr leisten. In einer Studie der Bertelsmann Stiftung von 2013 wird festgestellt, nur 1 % des Wohnungsangebots ist für Familien finanzierbar, die über weniger als 60 % des ortsüblichen Nettoeinkommens monatlich (1567 €) verfügen. 9.583 Haushalte waren im Jahr 2017 beim Amt für Wohnungswesen als wohnungssuchend registriert und insgesamt hätten sogar ca. 68 % aller Miethaushalte einen Anspruch auf eine geförderte Wohnung.
Obwohl im Oktober 2017 die FAZ zum Frankfurter Wohnungsmarkt titelt "An Geld herrscht kein Mangel" und die Rundschau im Dezember desselben Jahres verkündet "Der Bau-Boom geht weiter", herrscht in Frankfurt Wohnungsarmut.

Mal werden die hohen Bau- oder Grundstückskosten, mal das nicht verfügbare Bauland oder einfach nur "der" Markt verantwortlich gemacht - gerade für den Mangel an gefördertem und bezahlbarem Wohnraum in Frankfurt.

In dem Vortrag wird mit Blick auf die Geschichte Frankfurter Stadtentwicklungspolitik gezeigt, dass das heutige Wohnungsproblem nicht das Ergebnis von Sachzwängen und anonymer (Markt)Prozesse, sondern politischer Entscheidungen ist und auch nur politisch gelöst werden kann und muss. Ein Weg ist der 2018 gestartete Frankfurter Mietentscheid (ww.mietentscheid-frankfurt.de): die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding soll verpflichtet werden, ausschließlich geförderten Wohnraum zu bauen und alle ihre 51.456 Bestandswohnungen (Stand 2016) bei Neuvermietung auf dem Preisniveau geförderten Wohnraums zu vermieten.

Referent: Felix Silomon-Pflug (Dr. phil.) arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Humangeographie der Goethe-Universität in Frankfurt . Sein wissenschaftliches Arbeiten umfasst urbane Transformationsprozesse, Urban Governance und Labour Geographies.

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Foto: Marius Chrsitensen, unsplash.com