Die Rhön erwandern (3): Moore, Hochebenen, Basalt – Elemente einer rauen Landschaft

Wanderwochenende

Nr. UR0667 | Frei:

Reiseleitung Beatrice Löffler

Reiseleitung Jutta Hambloch

Kategorie Bildungsurlaub und Reisen

Ort Hilders

Termine 30.08.24 - 01.09.24

Entgelt 275 € Entgelt EZ

255 € Entgelt DZ

Art Studienreise

 

Die Rhön, das Mittelgebirge im Herzen Deutschlands, das sich auf die Bundesländer Hessen, Bayern und Thüringen erstreckt, ist reich an Natur- und Kulturschätzen.

Um die natürliche und kulturelle Vielfalt zu bewahren und zu schützen, ist die Rhön bundeslandübergreifend seit dem Jahr 1991 von der UNESCO als Biosphärenreservat ausgewiesen. Gemäß dem Motto "mensch.natur.einklang" werden die Naturschätze geschützt und es wird gleichzeitig darauf abgezielt, dass Menschen in dieser einzigartigen Landschaft in Harmonie mit der Natur leben können und auch die kulturellen Schätze erhalten bleiben.

Bereits seit einiger Zeit ist die Rhön ein beliebtes Urlaubsziel. Besucherinnen und Besucher sind sich einig: Die Rhön ist schön - Natur pur. Wanderurlaube im "Land der offenen Fernen" sind beliebt und Mountain-Biker schätzen das gut ausgebaute
und kartografierte Radnetz. Die Beliebtheit der Rhön gründet zum großen Teil auf ihrer landschaftlichen Attraktivität, ergänzt durch eine außergewöhnliche Flora und Fauna.

Eine zentrale Landschaftsform der Region ist die Lange Rhön, ein etwa 15 km langes und nur wenige Kilometer breites unbesiedeltes Basaltplateau auf etwa 800 m Meereshöhe. Auf beiden Seiten fällt diese sanft geneigte Hochebene zu den Flusstälern der Ulster und der Streu ab. Von hier bieten sich beeindruckende Weitblicke nach Westen bis zum Vogelsberg und in östlicher Richtung bis zum Thüringer Wald. Diese karge Hochfläche bietet trotz ihrer Nutzung als Mäh- und Weidefläche einen natürlichen Lebensraum für wildlebende Tiere und Pflanzen, die es schon einige Höhenmeter weiter unten nicht mehr gibt. Bei der Wanderung über die Borstgraswiesen der Langen Rhön kann man sich - je nach Jahreszeit - an blühenden Trollblumen oder seltenen Orchideen freuen und kann Birkhühner oder Wiesenbrüter entdecken. Auch bedrohte Tierarten wie der amselgroße Raubwürger oder der Goldene Scheckenfalter finden hier eine Heimat.

An vielen Stellen in der Rhön sind Zeugnisse ihres tertiären vulkanischen Ursprungs zu entdecken: deckenförmiger Basalt, der z.B. das Plateau der Langen Rhön formt, punktförmig herauserodierte Erhebungen aus Basalt, wie z.B. die Milseburg, ebenso wie idyllisch liegende kleine Seen, die durch den Abbau von Basalt entstanden sind. Die Milseburg als höchste Erhebung der Kuppenrhön ragt mit ihrer Höhe von 835 m etwa 130 m aus dem sie umgebenden Gelände auf. Dieser aus vulkanischem Phonolit bestehende "Hausberg" der Stadt Fulda ist heute so prägnant zu sehen, weil im Laufe der Zeit das ihn umgebende weichere Gestein durch Erosion abgetragen wurde. Die Kelten errichteten an der Milseburg im 1. Jahrhundert v.Chr. wegen der strategisch besonderen Lage ein "Oppidum". Reste dieser Besiedlung sind heute noch bei Wanderungen auf der Milseburg in der Landschaft zu sehen. Heute ist die Milseburg ein beliebtes Wanderziel mit grandiosen Ausblicken und mit der Gangolfskapelle und den drei Kreuzen auf dem Gipfel auch ein Ort religiöser Prägung.

Aufgrund der Bodenbeschaffenheit und der klimatischen Bedingungen konnten sich in der Rhön mehrere Moore bilden, die zu jeder Jahreszeit einzigartige Wandererlebnisse bieten. Wenn im Schwarzen Moor im Frühjahr das Wollgras blüht, werden diese großen Flächen scherzhaft als die "Baumwollfelder der Rhön" bezeichnet. Der fleischfressende Sonnentau und die Rauschbeere sowie weitere moortypische Pflanzen kennzeichnen diesen besonderen Lebensraum und im Herbst lässt blühende Heide das Moor violett erstrahlen. Tiere trifft man auf dem Moorrundgang nur selten an, denn sie meiden tagsüber die Nähe der Menschen. Der Aussichtsturm am Rand des Schwarzen Moors bietet einen beeindruckenden Rundumblick über das Moor und seine Randbereiche.

Bei unserem Rhön-Wochenende werden wir auf den Spaziergängen und Wanderungen (von ca. 4 km bis ca. 15 km) im "Land der offenen Fernen" diese rhönspezifischen Landschaftsformen erkunden. Wir bewegen uns dabei in einem Höhenbereich von ungefähr 700 m bis 910 m auf Wegen mit unterschiedlichem Untergrund (Wiesenwege, Waldwege, Forstwege, Bohlenpfad im Moor, steiler Anstieg auf felsigem Untergrund), teilweise begleitet von einem Ranger des Biosphärenreservats.

Programm (Änderungen vorbehalten):

Bitte reisen Sie nach Möglichkeit so an, dass wir um 17:00 Uhr im Gasthof die Fortbildung gemeinsam starten können. Wir haben für 17:00 Uhr einen Tisch bestellt, so besteht die Möglichkeit, gemeinsam zu essen und einzelne Programmpunkte miteinander zu besprechen.

Freitag, 30. August 2024: Abendspaziergang durch das Schwarze Moor
(ca. 4 km, Bohlenpfad, ohne Anstiege, ca. 780 m Meereshöhe)

Samstag, 31. August 2024: Extratour Hochrhöntour
(ca. 14,8 km; Rundwanderung: Schornhecke - Lange Rhön - Thüringer Hütte - Ilmenberg - Hangen-Leite - Steinernes Haus - Schwabenhimmel - Schornhecke; Wiesenwege, Forstwege, Waldwege mit z.T. unebenem Untergrund, moderate Anund Abstiege, im Höhenbereich von ca. 720 m bis 910 m)

Sonntag, 1. September 2024: Aufstieg auf die Milseburg (835 m)
(ca. 6 km; Forstwege, Waldwege mit z.T. unebenem Untergrund, steiler Anstieg auf felsigem Untergrund, steiler Abstieg, im Höhenbereich von ca. 700 m bis 835 m)

Reiseleitung: Jutta Hambloch ist Lehrerin an einer Gesamtschule und unterrichtet die Fächer Englisch und Erdkunde. Beatrice Löffler arbeitet als Ausbilderin an einem beruflichen Studienseminar in der Lehreraus- und Fortbildung.

Unterbringung: Landhotel Gasthof Hohmann (Übernachtung / Frühstück) in Hilders

Leistungen:
* 2 Übernachtungen im Doppelzimmer inkl. Frühstück (begrenzte Anzahl an Einzelzimmer verfügbar, gegen EZ-Zuschlag von 20,– €)
* Wanderungen
* Reiseleitung
* Material über das Naturreservat Rhön