Erinnerung an Judenverfolgung und Widerstand in Südfrankreich
Leitung Melanie Schreiber
Leitung Dr. Felix Hauf
Kategorie Bildungsurlaub und Reisen
Ort La Bégude de Mazenc
Termine 29.03.26 - 04.04.26
Entgelt 850 € Entgelt (DZ mit Vollverpflegung)
950 € Entgelt (EZ mit Vollverpflegung)
Art Bildungsurlaub
Südfrankreich war während des Zweiten Weltkriegs ein umkämpfter Schauplatz sowohl der Judenverfolgung und der Kollaboration des Vichy-Regimes mit den Nazis als auch des Widerstands gegen die deutsche Besatzung und der Rettung von Jüdinnen und Juden vor ihren Verfolgern. In diesem Bildungsurlaub möchten wir uns intensiv mit dieser facettenreichen Geschichte sowie den unterschiedlichen Formen der Erinnerung und ihrer heutigen politischen Relevanz beschäftigen.
Wir tagen im Foyer International d'Etudes Françaises (FIEF) in La Bégude de Mazenc (Ortsteil: Châteauneuf de Mazenc) in der Haute-Provence. Das FIEF wurde 1961 von Ernest Jouhy (1913-1988) als Zentrum für außerschulische Bildung für junge Menschen und Fortbildungen für Lehrkräfte gegründet. Jouhy war als Jude und Kommunist selbst aktiv im Widerstand gegen den Nationalsozialismus und wollte mit den Mitteln der Pädagogik und des interkulturellen Austauschs dazu beitragen, dass sich eine Katastrophe wie die Shoah nicht wiederholen kann.
La Bégude de Mazenc gehört zum Kanton Dieulefit. Hier wurde während des Zweiten Weltkriegs eine große Zahl von Flüchtlingen, darunter viele jüdische Kinder, vor dem Zugriff ihrer Verfolger gerettet. Die Schule von Beauvallon ist zum Symbol für den zivilen Rettungswiderstand in Südfrankreich geworden. Der Vercors etwas weiter nördlich war ein wichtiges Zentrum der Résistance und Kampfplatz des militärischen Widerstands. Das Camp des Milles bei Aix-en-Provence ist das einzige als Gedenkstätte erhaltene Internierungs- und Deportationslager in Südfrankreich.
Wir werden Gedenk- und Erinnerungsorte besuchen, uns mit ihren unterschiedlichen Konzepten beschäftigen und ihre politische Bedeutung für die Gegenwart reflektieren, gerade auch im Kontext des aktuellen Rechtsrucks in Europa. Ergänzend werden wir vor Ort im FIEF mit französischen Partnerinnen ins Gespräch kommen und Schlussfolgerungen für die eigene pädagogische Praxis diskutieren.
Die Unterkunft im FIEF erfolgt in einfachen Zimmern, die nicht alle über ein eigenes Bad verfügen. Bettwäsche ist vorhanden, Handtücher müssen jedoch mitgebracht werden. Die Verpflegung durch das FIEF beinhaltet Frühstück, Mittagessen (bei Exkursionen als Picknick) und Abendessen mit saisonalen und regionalen Zutaten.
Zielgruppe: Alle sind willkommen
Leitung: Felix Hauf ist Referent für Programmplanung und Geschäftsentwicklung bei der lea bildungsgesellschaft. Melanie Schreiber ist Dozentin für Bildungswissenschaften und stellvertretende Vorsitzende des Personalrats der Goethe-Universität Frankfurt.