Revolution? Revolution!

Fachtagung

25. April 2018 | Frankfurt

Mittwoch, 25. April 2018 | 9.30 bis 17.30 Uhr
Entgelt 5 Euro 

Am 5. Mai 2018 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag von Karl Marx. „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt drauf an sie zu verändern“, notierte der junge Marx 1845. Später forderte er programmatisch eine „Expropriation der Expropriateure“. Als überzeugter Revolutionär wurde der Autor des ‚Kapitals‘ wahlweise gefürchtet, geschmäht, gehasst oder vereinnahmt. Die lea-Fachtagung aus Anlass von Marx‘ 200. Geburtstag fokussiert auf die zentrale Frage, welchen Stellenwert man Marx‘ revolutionstheoretischen Ansichten heute beimessen kann.

Themen und Referenten/innen der Fachtagung

Zur Kritik von Marx an den universalen Menschenrechten der bürgerlichen Revolution 
Prof. em. Rainer Roth, Professor für Sozialwissenschaften, Vorsitzender von KLARtext e.V. 

„Die bürgerliche Revolution trat im Namen des Menschen und seiner unveräußerlichen Menschenrechte gegen Feudalismus und Absolutismus an. Sie ersetzte jedoch nur eine herrschende Minderheit durch eine andere Minderheit."

Revolutionstheorie und ihre Kritik bei Marx
Dr. Ingo Elbe, Philosoph und Sozialwissenschaftler an der Universität Oldenburg, Mitbetreiber des Arbeitskreises Rote-Ruhr-Uni 

„Marx‘ Revolutionstheorie resultiert also hinsichtlich der ‚Umwälzungsmomente der alten Gesellschaft‘ keineswegs aus den Kernannahmen seiner Kritik der politischen Ökonomie, sondern aus geschichtsphilosophischen Prämissen ..." 

Revolution – die einzige Therapie, die hilft
Dr. Nadja Rakowitz, Geschäftsführerin beim Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte, Redaktionsmitglied der Zeitung ‚express‘ 

„Wenn man verhindern will, dass Gesundheit zur Ware wird, dass Krankenhäuser zu Fabriken werden, dass die nächste Finanzkrise kommt, dass die natürlichen Grundlagen gnadenlos zerstört werden, muss man diese Dynamik stoppen und sich dem Problem der grundsätzlichen Veränderung der Produktionsweise – und zwar weltweit – stellen. Nicht mehr und nicht weniger. Und das heißt: Revolution.“

Die Revolutionstheorie im Marx‘schen Kapital
Günther Sandleben, Ökonom und Politikwissenschaftler, lebt als Publizist in Berlin
 
„Das Verständnis des Bestehenden soll das Verständnis seiner Negation, seines notwendigen Untergangs einschließen. ‚Das Kapital‘ ist deshalb zugleich Revolutionstheorie und sollte, wie Marx in einem Brief vermerkte, das ‚furchtbarste Missile (sein) das den Bürgern (Grundeigentümer eingeschlossen) noch an den Kopf geschleudert worden ist.‘“ 

Wie Demokratie als Herrschaftsform des Kapitalismus das Staatsvolk auch noch antikommunistisch auf Kurs bringt
Prof. em. Freerk Huisken, marxistischer Publizist, ehem. Hochschullehrer für Politische Ökonomie des Ausbildungswesens an der Universität Bremen 

„Heute über "Revolution" oder gar über ihre Notwendigkeit zu debattieren, hat etwas Gespenstisches an sich. Der Kontrast zwischen einem solchen Anliegen und einer Gesellschaft, in der sich die absolute Mehrheit ihrer Bürger regelmäßig per Wahlstimme zur Herrschaftsform der Demokratie und der von ihr verwalteten kapitalistischen Ökonomie bekennt, könnte nicht größer sein.“

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